Rückblick: Winterreise beim Liedfestival

Ein Erlebnis der besonderen Art war unser Auftritt im Rahmen des Sindelfinger Kunstliedfestivals vom 28. Juli bis 4. August 2022. Zehn Jahre nach seiner Gründung stand das Festival unter dem Motto, das Kunstlied in alle Säle und auf die Straßen der Stadt zu tragen und Menschen zu erreichen.

Wir freuen uns, mit unserer ersten Komplettaufführung von Schuberts Winterreise einen Beitrag dazu geleistet zu haben. Mit einer spannenden Bearbeitung für Bariton, Chor und zwei Marimbas durften wir die Martinskirche als neuen Liedfestival-Saal einweihen:

Winterreise in der Martinskirche Sindelfingen (Foto: Holger Schneider © 2022)

Endlich im Post-Corona-Alltag angekommen, bereitete es uns große Freude, erneut mit den Marimba-Spielerinnen Katarzyna Myćka und Virginia Alcarria de la Fuente und dem Bariton Johannes Held in einer voll besetzten und ausverkauften Kirche zu musizieren.

Katarzyna Myćka (Foto: Holger Schneider © 2022)
Johannes Held (Foto: Holger Schneider © 2022)

Auch wer Schuberts Winterreise schon kennt, konnte sie in der Martinskirche in einem ganz neuen Gewand erleben. Eine Besucherin meinte im Anschluss an das Konzert: “So will ich die Winterreise ab jetzt immer hören!”.

In der Sindelfinger Zeitung vom 02.08.2022 ist zu lesen (vollständige Konzertkritik von Bernd Heiden):

„Diese Winterreise ist berührender, dramatischer, ja, schauriger und unheimlicher als
das Original auch dank eines ausgezeichneten Chors, exzellenten Instrumentalistinnen
und einem Johannes Held, der hier all seine langjährige Auseinandersetzung
mit diesem (…) Schubert-Zyklus geltend machen kann.”

 

Wir hoffen sehr, gemeinsam mit allen weiteren Akteuren des Liedfestivals die Liedkultur weit über Sindelfingens Stadtgrenze hinausgetragen, Räume belebt und Menschen durch unsere Musik erreicht zu haben und freuen uns schon auf neue Projekte im Rahmen unseres Lied-Projekts.

Foto: Holger Schneider © 2022

Die Reise geht weiter…

Mit den Aufführungen der Winterreise von Franz Schubert (1797-1828) im Frühjahr 2022 erfolgte für uns der Start unseres Lied-Projektes:

Bisher blieben große Liederzyklen allein dem Sologesang vorbehalten.
Liederzyklen wie Schumanns Dichterliebe, oder Schuberts Die schöne Müllerin sind vielen aus Schule oder Unterricht bekannt und wurden dort kennen- und vielleicht auch lieben gelernt, wenngleich als Rezipienten.

Wir nehmen uns zum Ziel, dieses Repertoire zukünftig auch den Chorsängerinnen und -sängern zugänglich zu machen und diese Lieder musizierend zu erfahren.
Die Gattung „Lied“ als Darstellungsform eröffnet uns als Chor eine ganz neue und spannende Möglichkeit.

Foto: Holger Schneider © 2022

Dafür sind schon weitere Liederzyklen in Planung und werden durch unseren Leiter Stefan Weible transkribiert und für Chor bearbeitet und arrangiert.

So soll Ende des Jahres 2022 neben der Winterreise auch der beliebte Liederzyklus Weihnachtslieder von Peter Cornelius (1824-1874) als Fassung für Solo, achtstimmigen Chor und Marimba zur Aufführung gebracht werden.
Im Oktober 2023 folgt Schuberts
Schwanengesang als Fassung für Solo, achtstimmigen Chor und Klavier in der Stuttgarter Liederhalle. Weitere Liederzyklen werden folgen.

Wir freuen uns, auch bei diesen Aufführungen mit dem Bariton Johannes Held und den Marimba-Spielerinnen Katarzyna Mycka und Virginia Alcarria de la Fuente zusammen arbeiten zu dürfen.

Foto: Holger Schneider © 2022

Im Zentrum der Bearbeitungen bleiben immer die Originalkompositionen des Tondichters. Davon ausgehend werden die Lieder mal mehr oder weniger verfremdet, Strukturen werden aufgebrochen und Melodien wechseln in den Stimmen. Ein Spiel zwischen Solist, Chor und Instrumentalstimme.

Wir freuen uns sehr darüber, diese neuen Wege einschlagen zu können und hoffen Sie bei dem einen oder anderen Konzert begrüßen zu dürfen!

Auf der Reise

Mit der Aufführung der Winterreise am 8. April 2022 in der Gaisburger Kirche konnte die Singakademie Stuttgart nach langer Zeit endlich wieder ein eigenes Konzert veranstalten.

Foto: Holger Schneider © 2022

Ursprünglich wurde die Winterreise von Franz Schubert (1797-1828) als Kunstlied für Solo und Klavierbegleitung komponiert. Gregor Meyer (*1979) bearbeitete Schuberts Original als Fassung für Bariton, Chor und Klavier, um einen der bedeutendsten Liedzyklen für ein breiteres aktives Klientel zugänglich zu machen. Eigens für unsere Aufführung arrangierte Peter Klemke (*1944) eine Fassung für zwei Marimbas.

Foto: Holger Schneider © 2022

Katarzyna Myćka und Virginia Alcarria de la Fuente begeisterten mit außergewöhnlichen Klangfarben an den Marimbas während Johannes Held als Bariton die Rolle des “Wanderers” szenisch zwischen Chor und Instrumentalisten wandelnd darstellte.

Foto: Holger Schneider © 2022

Als Chor haben wir mit großer Begeisterung und Freude an dieser besonderen Inszenierung teilgehabt. Die Winterreise werden wir dieses Jahr noch an verschiedenen Orten aufführen.

Für uns als Chor stellt die Gattung “Lied” in dieser Darbietungsform eine ganz neue und spannende Möglichkeit dar. Es sind bereits weitere Liedzyklen in Planung.

Wir sind gespannt, wo uns die Reise hinführt und hoffen, dass Sie uns bei einigen Etappen begleiten…

Winterreise

Fremd und einsam – jedoch nicht allein

Einer der bekanntesten Liederzyklen des 19. Jahrhunderts, die Winterreise, von Franz Schubert komponiert und allerorts zu den Höhepunkten des romantischen Kunstliedschaffens gezählt, stellt gerade für seine Interpreten eine große Herausforderung dar. „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die Winterreise, in welcher Schubert eine ergreifende Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen gelang.

Mut – Aquarell aus dem Zyklus “Winterreise” des Tenors und Malers Herbert Lippert, Wien (Abdruck mit freundlicher Genehmigung, www.herbertlippert.com)

Die von Gregor Meyer bearbeitete Fassung für Bariton solo, gemischten Chor und Klavier ermöglicht jetzt einem erweiterten Musikerkreis die Aufführung der beliebten Lieder. Melodie sowie Text unverändert belassend, stellt Meyer dem einsamen Wanderer eine stilistisch vielfältige sowie atmosphärisch dichte Chorbegleitung an die Seite. Von Franz Schubert komponiert und von Gregor Meyer für Solo, Chor und Klavier konzipiert, hat Peter Klemke eine Fassung für zwei Marimbas eigens für unsere Konzerte erstellt.

Wir führen die Winterreise am Freitag, 8. April in der Gaisburger Kirche und am Karfreitag, 15. April in der Stadtkirche Tuttlingen auf.

A cappella wird die Singakademie Stuttgart mit dem achtstimmigen Lux aeterna von Edward Elgar zu hören sein.

 

Programm

Franz Schubert (1797-1828): Winterreise, D 911 (op. 89)
bearbeitet von Gregor Meyer für Bariton, Chor und Klavierbegleitung
Klavierbegleitung bearbeitet von Peter Klemke für zwei Marimbas

Edward Elgar (1857-1934): Lux aeterna, Nr. 9
aus Variations on an Original Theme, Op. 36 (“Enigma-Variationen”)
bearbeitet von John Cameron

Mitwirkende

Johannes Held – Bariton
Katarzyna Myćka, Virginia Alcarria de la Fuente – Marimba
Singakademie Stuttgart

Leitung: Stefan Weible

Willkommen!

Adventliche Vokalmusik (abgesagt)

 
Leider müssen wir unsere geplanten Adventskonzerte in Schwäbisch Hall und Stuttgart aufgrund der aktuellen Corona-Situation absagen. Das bedauern wir sehr.

 

2022 singen wir wieder! Frohe Weihnachten!

 

 

Unter dem Titel „Willkommen!“ nimmt die Singakademie Stuttgart ihr Publikum mit auf eine vorweihnachtliche Reise internationaler Vokalmusik. Besonders im Fokus stehen zeitgenössische Kompositionen.

Mit „Welcome“ eröffnet das das Stuttgarter Ensemble das Konzertprogramm mit farbenreichem Klang und spektraler Harmonie. Bernat Vivancos, ursprünglich aus Barcelona stammend, vereint verschiedene Aspekte europäischer Avantgarde-Musik.

Mit weichen Klängen umhüllt die Singakademie Stuttgart ihre Zuhörer mit der Vertonung „O magnum mysterium“ des Amerikaners Morten Lauridsen, der darin das Geheimnis der Weihnacht zum Ausdruck bringt.

Der Adventsklassiker „Es ist ein Ros‘ entsprungen” lässt in Jan Sandströms zeitgenössischer Vertonung das Nordlicht am arktischen Himmel Schwedens erscheinen.

Ebenso modern vertont Rolf Rudins „Maria durch ein Dornwald ging“ – eine selten gehörte achtstimmige Motette.

Zusammen mit weiteren Werken, etwa von Benjamin Britten, lädt die Singakademie Stuttgart zu zwei abwechslungsreichen Adventskonzerten ein:

Tübinger Motette

Jeden Samstag um 20 Uhr findet in der Stiftskirche die Motette als ‘Geistliche Musik in liturgischer Form’ statt. In der Motette erklingen hochklassige Chor-, Orgel- und Instrumentalmusik unterschiedlicher Stile. Psalm, Schriftlesung, Gebet sowie ein Gemeindelied sind feste Elemente dieses musikalischen Abendgottesdiensts.

Eintritt frei, Spende erbeten.

 

Nähere Informationen finden Sie in der Konzertankündigung.

 

Programm u.a.:

Patrick Hawes (*1958) – Song of Songs

Die Sammlung von Liebeslyrik, die das Hohelied der Liebe im Alten Testament darstellt, hat für Gelehrte immer ein Rätsel dargestellt. Das orthodoxe Verständnis seiner Anwesenheit im Schriftenkanon beruhte auf der weitverbreiteten Verwendung der Vorstellung Gottes als Gemahl Israels in den Schriften der Propheten.

Für die christliche mystische Tradition verlieh das Gespräch zwischen Liebenden und Geliebten der Beziehung der Seele zu Christus eine Stimme. Bernard von Clairvaux hielt über 50 Predigten über das Hohelied! Jesus bezeichnete sich selbst als „den Bräutigam” was dieser Lesart Autorität verlieh. Manche sahen Maria, die Mutter Jesu, in den Verweisen auf den „Raum, in dem meine Mutter mich empfing”.

Die Beziehung zwischen romantischer und erotischer Liebe zur Spiritualität ist das Thema dieser Lieder. Sie drücken Verlangen, Hoffnung, Verwirrung und Freude aus: die ganze Bandbreite der Gefühle, die Liebende erfahren – aber es gibt am Ende keine Erfüllung. Die Metaphern von Weinstock, Wein, Garten und Brunnen, die auf die Sprache der christlichen Spiritualität hindeuten. Sie versehen diese christliche Spiritualität mit einer Sprache der Liebe, die gleichzeitig sinnlich und spirituell ist, himmlisch und irdisch zugleich. Der Text für diese Lieder hält sich an den Bibeltext, aber dichterische Freiheit hat eine erzählerische Struktur und die Entwicklung einiger Metaphern hinzugefügt. Der Ruf der Liebenden nach dem Geliebten, die Schärfung der Sinne durch üppigen Duft und Geschmack, das Bild des Feuers bilden eine reichhaltige Grundlage für eine bestimmte Art der Musik – Musik, die sicherlich aus unserer Zeit geboren ist, die aber auch auf der Zeitlosigkeit von Tonalität, Konsonanz und Ausgewogenheit beruht.

Patrick Hawes

Aus dem Englischen übersetzt von Wiebke Hafermann

Zurück aus der Generalpause

Wir singen wieder! In kleinen Gruppen, mit ungewöhnlich viel Abstand und viel Frischluft. Trotz Einschränkungen haben wir Live-Chorklang nie mehr zu schätzen gewusst – und können es kaum erwarten, wieder für unser Publikum zu singen.

Mit Franz Schuberts Winterreise begeben wir uns in die kältere Jahreszeit und nehmen Sie gerne mit: bei unseren Konzerten am 25. Oktober 2020 in der Stadtkirche Schorndorf.

Aus den strengen Corona-Regeln für Chöre hat Stefan Weible ein künstlerisches Konzept gemacht. Da wir nur in kleinen Gruppen proben können, hat er die Singakademie Stuttgart in drei Chöre aufgeteilt, die im Wechsel von den Emporen und dem Altarraum aus singen. Ein vielversprechendes Experiment!

Bei unseren Konzerten werden die Hygiemaßnahmen der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg umgesetzt. Näheres dazu lesen Sie hier in Kürze.

Wir freuen uns auf Sie!

Passionskonzert in Tuttlingen

Werke von Johann Bach, Agostiono Steffani, Josef Rheinberger und Louis Spohr erklingen an Karfreitag in der wunderschönen Tuttlinger Stadtkirche.

Nach einem wunderbaren Konzertabend in St. Elisabeth wird die Singakademie Stuttgart mit dem Orchester der Singakademie Stuttgart und Solisten in Tuttlingen noch einmal das Passionsprogramm “Unser Leben ist ein Schatten” aufführen.