Rückblick: Passionskonzerte 2026

Ergriffenes Nachhören, dann Standing Ovations.
Mit einem fein austarierten a cappella-Programm stimmten wir in Schwäbisch Hall und Freudenstadt mit unseren diesjährigen Passionskonzerten auf Ostern ein.

Zu Beginn entfaltete sich in Frank Martins Kyrie jene charakteristische Mischung aus Innigkeit und klanglicher Transparenz, die das Werk so besonders macht.
Antonio Lottis beiden Crucifixus-Vertonungen für acht- bzw. zehnstimmigen Chor boten barocke Ausdruckskraft. Eine ganz andere Art der Klangfülle als in Felix Mendelssohns Psalm 22, welcher den emotionalen Mittelpunkt der Konzerte bildete.
Und es gab Auszüge aus Bachs Matthäuspassion, arrangiert von Stefan Weible, der uns immer wieder anspruchsvolle Arrangements auf den Leib schneidert, diesmal „Mache dich, mein Herze, rein“ sowie „Wir setzen uns mit Tränen nieder“ (Uraufführung).

Foto: Guido Beck (2026)

Mit Rheinbergers Abendlied beschlossen wir den Abend, der tief berührte und eindrucksvoll zeigte, wie vielfältig und ausdrucksstark geistliche Chormusik a cappella wirken kann.

Frohe Ostern!

Zwischen Motette und Matthäuspassion

Die Singakademie Stuttgart auf Bachs Spuren

 

Die Begegnung der Singakademie Stuttgart mit dem Vokalwerk von Johann Sebastian Bach ist keine zufällige, sondern eine gewachsene Beziehung – getragen von Neugier, künstlerischer Reifung und immer neuen Visionen.

Annäherung über die Bach-Familie

Der erste Zugang geschah nicht unmittelbar über Johann Sebastian selbst, sondern über sein weit verzweigtes musikalisches Erbe:
Johann Bach,
Johann Christoph Bach,
Johann Michael Bach und
Johann Ludwig Bach.

In ihren Werken wurde jene geistliche Klangwelt erfahrbar, aus der Johann Sebastian hervorging. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Stil, Textausdeutung und polyphoner Klangsprache entstand ein tragfähiges Fundament, auf dem sich die Singakademie schließlich dem großen Meister selbst zuwandte.

Erste Schritte mit Johann Sebastian

Das erste Werk Johann Sebastians im Repertoire war die Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ (BWV 226).
2013 erklang sie bei einem Wandelkonzert in der Staatsgalerie Stuttgart – ein prägender Moment. Diese Motette begleitet das Ensemble über viele Jahre hinweg, ist und bleibt unser Ankerwerk. Zum 15-jährigen Jubiläum der Singakademie im Jahr 2025 durfte sie daher beim Festkonzert in der Stuttgarter Herz-Jesu-Kirche nicht fehlen – als klingende Erinnerung an einen wichtigen Beginn.

Es folgte als zweite Motette „Komm, Jesu, komm“ (BWV 229), mit der sich das Ensemble in den Jahren 2015 und 2016 intensiv beschäftigte.

2017 stand mit „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ (BWV Anh. 159) ein weiteres Werk im Mittelpunkt. In Konzerten in Tuttlingen und Leonberg erklang diese innige Motette – und beschloss damit, wenn man so will, die erste Bach-Phase der Singakademie Stuttgart.

Die zweite Bach-Phase – 2025

Das Jahr 2025 markiert den Beginn einer neuen Intensivphase mit dem Bach’schen Œuvre.
Den Auftakt bildete eine Bearbeitung der Chorfantasie über Arioso und Arie „Mache dich, mein Herze, rein“ (aus BWV 244) für 12-stimmigen Chor a cappella. Diese Transkription eröffnet der Singakademie einen neuen Zugang zur Musik Johann Sebastian Bachs. Die Uraufführung fand im Frühjahr in Esslingen statt.

Im selben Jahr startete ein weiteres Format: Singakademie concertante. In kleinerer Besetzung widmete sich das Ensemble der Motette „Jesu, meine Freude“ (BWV 227).
In Heilbronn sowie beim Jubiläumskonzert „15 Jahre Singakademie Stuttgart“ im Herbst erklang dieses Werk.

Im Advent 2025 folgte eine weitere Premiere: Erstmals konzertierte die Singakademie mit Chor- und Orchesterwerken Bachs. Zur Aufführung kam das Weihnachtsoratorium mit den Kantaten IV–VI (BWV 248) in der Stuttgarter Pauluskirche, gemeinsam mit Mitgliedern des Sinfonieorchester Ludwigsburg.
Besonders bemerkenswert war, dass die Solopartien mit Ensemblemitgliedern besetzt wurden. Einzige Ausnahme: Der Evangelist war Sam Harris.

Ausblick: Neue Transkriptionen und weitere Höhepunkte

Kurz vor der Uraufführung steht eine weitere Transkription:
Chorfantasie über Arioso und Chor „Wir setzen uns mit Tränen nieder“ (aus BWV 244) für 12-stimmigen Chor a cappella.
Dieses Werk wird in Konzerten in Schwäbisch Hall und Freudenstadt zu hören sein und führt die intensive Auseinandersetzung mit der Passion weiter.

Am Jahresende folgt die Wiederaufnahme des Weihnachtsoratorium – diesmal mit den Kantaten I–III in der Matthäuskirche Stuttgart.

Das I-Tüpfelchen: Karfreitag 2027

Und dann richtet sich der Blick nach vorn: Karfreitag 2027.
Gemeinsam mit Mitgliedern des Sinfonieorchesters Ludwigsburg bringt die Singakademie Stuttgart die Matthäuspassion (BWV 244) zur Aufführung.
Was als behutsame Annäherung über die Bach-Familie begann, hat sich über Motetten, Transkriptionsprojekte und das Weihnachtsoratorium zu einer tiefen künstlerischen Partnerschaft mit Bachs großartiger Musik entwickelt.
Eine Reise, die zeigt: Bach ist für die Singakademie Stuttgart nicht nur Repertoire – er ist künstlerische Heimat, Herausforderung und Zukunft zugleich.

Rückblick: Adventskonzert in der Pauluskirche

Zum Jahresabschluss und dritten Advent am 14.12.2025 haben wir uns in der Pauluskirche (Stuttgart-West) selbst mit Bachs Weihnachtsoratorium (Teile IV-VI) beschenkt.
Der festliche Schlusschor hallte lange nach. Im Nachhall lag auch ein Gefühl von
Verbundenheit.
Verbundenheit zwischen uns Chorsängerinnen und -sängern, Verbundenheit
mit unserem Dirigenten Stefan Weible, Verbundenheit mit unserem treuen
Publikum, das diesmal bei den Chorälen mitgesungen hat, Verbundenheit mit
den Solistinnen und Solisten aus den eigenen Reihen, die sich mutig hinstellten
und teils sehr virtuose Partien bewältigten, Verbundenheit mit dem
Sinfonieorchester Ludwigsburger und dem Tenor Sam Harris. Und
Verbundenheit zur Musik Johann Sebastian Bachs, die uns wieder einmal
verzaubert und gefordert hat.

Was für ein Abschluss. Das Jahr 2026 kann kommen.

Frohe Weihnachten!

Rückblick: Herbstkonzerte in Heilbronn und Bad Cannstatt

Endlich wieder a cappella Singen!
Auch wenn sie uns als Chorsängerinnen und -sänger sehr fordern, gehören die a cappella Konzerte zu unserer Lieblingsdisziplin. Mit der Kilianskirche in Heilbronn und der Liebfrauenkirche in Bad Cannstatt hatten wir dafür vorzügliche Klangräume. Die beiden Konzerte am 25. und 26.10.2025 waren zudem sehr gut besucht.

Liebfrauenkirche Bad Canstatt (Foto: privat)

Auszüge aus Frank Martins Messe rahmten das Programm. Mit Johannes Brahms‘ Fest- und Gedenksprüchen und Johann Sebastian Bachs Kantate Jesu meine Freude wurden Glanzstücke der Chormusik geboten. Die vielstimmige musikalische Reise ging weiter zu Mahler, Brahms und Schumann, in teilweise sehr spannenden und ambitionierten Bearbeitungen. Als hätt’ der Himmel die Erde still geküsst – die Mondnacht gab’s in Bad Cannstatt ein zweites Mal als Zugabe für ein begeistertes Publikum.

Die Konzerte waren Klangfreude pur – für uns alle!

Rückblick: Wandelkonzert Stadtbibliothek Stuttgart

Wandelkonzert in der Stadtbibliothek Stuttgart am 28.06.2025

Wenn ein Konzert im Herzen eines öffentlichen Gebäudes beginnt, dann darf das schon als Aufforderung verstanden werden, sich sofort in die Herzen des Publikums zu singen.

Foto: Elias Leitgeb

Das Wandelkonzert, das uns durch die spektakuläre Architektur der Stadtbibliothek Stuttgart führte, begann mit zu Herzen gehenden und klug bis genial arrangierten Liedern von Schumann, Mahler und Vaughn Williams. Ein Klangbad fürs Publikum.

Foto: Elias Leitgeb

Im offenen Galeriesaal ging es auf mehreren der oberen Stockwerke 5- bis 14-stimmig weiter. Verteilt zwischen bunten Buchrücken und gebannten Zuhörerinnen und Zuhörern, besangen wir den „Blue Moon“, die „Lonesome Road“ und die Stille. Manchmal waren Gläser und andere Klangkörper unterstützend dabei.

Foto: Elias Leitgeb

Für uns als experimentierfreudigen Chor war dieses hochsommerliche Wandelkonzert nicht nur schweißtreibende Angelegenheit – sondern einfach nur schön zu erleben.

Probenwochenende Bad Waldsee

„Auf Wiedersehen“ – unser Abschiedslied für das Team der Bauernschule Bad Waldsee klingt noch nach. In dieser uns vertrauten Mischung aus Wehmut, Freude und Dankbarkeit nach einem großartigen Chorwochenende über Pfingsten.
Es wird an diesen Wochenenden immer viel und intensiv geprobt, und wir profitieren noch mehr als sonst von dem exzellenten stimmbildnerischen Händchen unseres Chorleiters Stefan Weible.
Diese Tage tun auch unserer Chorgemeinschaft gut. Neben den Proben wird immer viel geredet, gespielt, gefeiert und gelacht – so soll es sein. Dass wir uns dann auch noch Zeit dafür nehmen, wichtige Fragen der Chororganisation weiterzubringen, macht uns allen bewusst, was wir an der Singakademie Stuttgart haben: nämlich in allen Bereichen auf hohem Niveau und mit großem Spaß unterwegs zu sein.

Foto: Anna-Lena Huber

Rückblick: Brahms Requiem

„Von Herz zu Herz“ floss die Musik von Brahms Deutschem Requiem bei unseren Konzerten in Stuttgart und Ludwigsburg im April. So hat es zumindest der Leiter des Sinfonieorchesters Ludwigsburg, Herman Dukek, empfunden. Er saß im Publikum, während unser Dirigent Stefan Weible diesmal die Gesamtleitung von Chor und Orchester übernahm. Aber auch auf der Bühne hatten wir das Gefühl: Ja – Brahms Requiem ist Musik für die Herzen der Menschen. Wir bedanken uns beim zahlreich erschienenen Publikum, für die anregende Stimmung und natürlich für die tolle Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester Ludwigsburg!

Foto: Anna-Lena Huber

06.01.2025 – Liturgisches Singen am Dreikönigsfest

W.A. Mozart (1756-1791):
Messe in C-Dur (KV 257) „Große Credomesse“

Gottesdienst zum Dreikönigsfest (Mo, 6. Januar 2025 – 11 Uhr)
Pauluskirche, Unterländer Str. 15, 70435 Stuttgart-Zuffenhausen

Besetzung: Mitglieder des Sinfonieorchester Ludwigsburg und der Singakademie Stuttgart

Leitung: Stefan Weible

Die Gesamtkirchengemeinde Himmelsbogen lädt am 6. Januar 2025 wieder zum musikalischen Dreikönigsfest in die Pauluskirche ein. Musizieren werden Mitglieder des Sinfonieorchester Ludwigsburg und der Singakademie Stuttgart. Letztere wird auch die solistischen Parts aus den eigenen Reihen besetzen. Liturgisch wird der Gottesdienst zu Epiphanias von Pfarrerin Sarah Schindler gestaltet, die Predigt hält Pfarrerin Susanne Lipan Weber.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen klangvollen Festgottesdienst mitfeiern!

Rückblick: Schwanengesänge

Ade!

Ein (vorerst) letztes mal erklangen Schuberts Lieder in der von Stefan Weible und Peter Klemke bearbeiteten Version für Chor, Solist und Marimba. Drei Jahre lang haben uns die Kompositionen und damit Bariton Johannes Held und Marimba-Spielerin Katarzyna Mycka begleitet. Kein Wunder, dass diese Konstellation – gemeinsam mit Luca Magdalena Schall am zweiten Marimba – bei unserem Konzert in der Schorndorfer Stadtkirche perfekt aufeinander abgestimmt war. Schuberts Schwanengesang mit all seinen Emotionen und Facetten ergriff sowohl uns als auch das Publikum gleichermaßen. Geschmückt mit dem ebenfalls bearbeiteten Ave Maria des Bach-Klassikers „Ellens Gesang III“ und umrahmt vom Schwanengesang von Heinrich Schütz war der Konzertabend ein unvergessliches Erlebnis, welches durchaus als einmalig bezeichnet werden darf. Mit dem Schorndorfer Konzert verabschieden wir uns fürs Erste von unserem „Lied-Projekt“. Wie sagt man so schön: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Oder, mit Schuberts Worten: „Ade!“ Wir sind gespannt, ob die Zukunft eine Fortsetzung mit sich bringen wird.

Stadtkirche Schorndorf, 22.10.24

Rückblick: Fünfzehn!

15 Jahre Singakademie Stuttgart liegen hinter uns. 15 Jahre, in denen viel passiert und vor allem viel gesungen wurde. Beschenken durften wir uns mit einem Geburtstagskonzert am 23.06.2024 in der Herz-Jesu-Kirche in Stuttgart. Gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern der letzten 15 Jahren musizierten wir Stücke, die uns in dieser Zeit begleiteten und prägten. So freuten wir uns sehr, neben Johannes Held auch Andreas Sepp am Klavier, sowie Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchester Ludwigsburg begrüßen zu dürfen.

Gemeinsam mit ihnen konnten wir 15 Jahre Singakademie Stuttgart musikalisch Revue passieren lassen:
Die Geburtsstunde der Singakademie mit damals 40 Sängerinnen und Sängern lag im Jahre 2009, als das Vorgängerensemble „ad libitum Stuttgart“ beschloss, das Projektsingen zu beenden und einen festen Chor mit echten Mitgliedern zu gründen. Stücke wie Johann Sebastian Bachs Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ für zwei vierstimmige Chöre wurden schnell Teil unseres Repertoires und durfte auch an diesem Jubiläumsabend nicht fehlen.
Der Höhepunkt des Abends war Heinz-Werner Zimmermanns Motette „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Zwischen ihm und der Singakademie bestand bis zu seinem Tod im Jahre 2022 eine musikalische und freundschaftliche Beziehung und sein Werk durfte an diesem besonderen Abend keinesfalls fehlen.

Wir blicken sehr dankbar auf 15 Jahre Singakademie Stuttgart zurück und freuen uns sehr auf unser nächstes Jubiläum in ein paar Jahren!